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Montag, 23. Januar 2012

3 1/2 Monate....

Nach einem Viertel der Zeit, die ich gerne hier verbringen würde, kommt es langsam an die Reihe einen kleinen Zwischenbericht zu verfassen.

Was ich bis jetzt definitiv und überzeugt sagen kann ist, dass ich es in keinem Moment bereue, hierher gekommen zu sein. Bisher ist es eine meiner besten - wenn nicht die beste - Entscheidung gewesen, nach Kanada für ein Work and Travel Jahr zu kommen.. Naja, der Weg dahin war zwar nicht einfach, aber letztendlich ging's dann doch. Die Erfahrungen und Eindrücke sind einfach unbezahlbar und ich lerne so viel für mich dazu.
Ich kann bis jetzt nicht sagen, dass ich ein komplett anderer Menschen geworden bin... aber ich fühle mich anders und mein Blick auf Menschen, Orte, Situationen und das Leben hat sich weiterentwickelt. Außerdem bin ich um einiges entspannter, offener, selbstbewusster und selbstständiger geworden und hoffentlich wird das so bleiben wenn ich zurück nach Deutschland komme. Man sagt ja, dass man relativ schnell wieder zurück in den Alltagstrott fällt und wieder so gestresst wie vorher wird, aber ich hab da eigentlich ein ziemlich gutes Gefühl, dass die für mich besonders wichtigen Veränderungen bleiben werden.

Zudem habe ich Menschen aus Ländern kennengelernt, an die ich vorher nie so viel gedacht habe, wie z.B.  Mexiko, Korea und Taiwan.. dadurch habe ich zumindest kleine Eindrücke in Menschen, Kultur und Leben in diesen Ländern bekommen und das hat mir Lust auf mehr gemacht und hoffentlich werde ich eines Tages dorthin reisen und die Freunde, die ich hier gefunden habe, besuchen können.

Naja, ansonsten bin ich vom kleinen Teil Kanadas, den ich bisher kennenlernen durfte, sehr angetan. Was ich erfahren habe (auch von Kanadiern selbst, die entweder aus dem mittleren Kanada kommen oder dort rumgereist sind) ist, dass die Menschen von der Mitte zum Westen hin immer freundlicher werden und hier auf Vancouver Island eigentlich am nettesten ist. Natürlich ist das nur eine Generalisierung und ich will damit keineswegs sagen, dass das so auf alle Kanadier zutrifft. Bin inzwischen also eigentlich sehr froh, dass ich hier in Victoria geblieben bin... auch wegen dem Wetter, denn ich glaube so bei -20° C bis -40° C wäre es doch nicht ganz so witzig gewesen und in den Schnee kann ich ja immer noch. Meine Mitbewohner nehmen mich vielleicht mal für ein Wochenende mit zum Mount Washington und vielleicht werde ich dann sogar versuchen ein bisschen Snowboard zu fahren. Mal sehen...
Achja, im Gegensatz zu Deutschland ist es hier auch sehr auffällig, dass jeder, der mit dem Bus fährt, sich beim Aussteigen vom Busfahrer mit einem einfachen "Thank you" oder "Thanks" (Danke) und/oder einem "Have a good day" (Schönen Tag noch) verabschiedet. Generell sind die Busfahrer hier etwas freundlicher... Klar, in Deutschland gibt es auch genug nette Busfahrer, aber teilweise sind die auch sehr grimmig... was aber manchmal schon verständlich ist, wenn man an die nervigen Schulkinder und so denkt.. Naja.

Zum Essen und Trinken hier kann ich eigentlich nur sagen, dass Milchprodukte irgendwie nicht so der Knaller sind... Erstens sind die Sachen hier recht teuer und zweitens schmeckt es einfach anders und die Konsistenz ist auch irgendwie komisch teilweise... Frischkäse scheint viel härter zu sein, Käse ist hier wie Plastik und schmeckt auch nicht so grandios und die Eier.. naja. Es ist schon klar, dass das hier anders ist, denn die Kanadier werden ja nicht die exakt gleichen Produktionstechniken wie in Deutschland haben und die Tiere werden ja auch nicht das selbe Futter kriegen etc.... hm, jetzt wo ich das gerade so aufschreibe denke ich mir, dass das eigentlich ganz interessant wäre, das mal ein wenig zu recherchieren... sollte ich mir für die kommende Woche vornehmen. Achja, das Brot ist auch nicht das Wahre hier.. ist gar nicht zu vergleichen mit dem, was es in Deutschland so gibt.. und Schwarzbrot z.B. gibt es nur sehr selten und wenn dann ist es sehr teuer.

So viel dazu... Vielleicht haben sich einige von euch auch schon gefragt, wie es in meinem neuen Zuhause ist. Nach nun 22 Tagen gefällt es mir immer noch sehr gut, die anderen Mitbewohner haben mich auch direkt akzeptiert ;) und ich hab Spaß hier. Ganz so schlimm ist es also nicht mit vier Männern zusammen zu leben.
Einmal waren wir schon zusammen Dart spielen, das war wirklich sehr lustig und so viel Football und Eishockey habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen. Ich glaube noch nicht mal so viele Fußball-Spiele habe ich in Deutschland mitgekriegt. Die Jungs haben auch gesagt, dass sie mal mit mir Schlittschuhlaufen und zum Mount Douglas gehen wollen... also hoffentlich wird das auch was, aber wir haben ja noch Zeit bis Ende April, wenn alles gut läuft. Jedenfalls genieße ich die Zeit hier, auch für mich allein.

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch hat es hier in Victoria extrem viel geschneit, es lagen bestimmt mindestens 10 cm Schnee... Leider musste ich arbeiten, hab also nicht so viel davon gehabt im Endeffekt... trotzdem war es sehr schön und ich habe mich wirklich gefreut, aber Freitag und Samstag hat es wieder geregnet und der Schnee ist geschmolzen. Naja ;)

Ansonsten passiert dann nicht sonderlich viel.. Gestern (also Sonntag Abend) war ich in einem persischen Restaurant mit 8 Leuten aus dem Hostel und danach waren wir Karaoke singen... das hat sehr viel Spaß gemacht und ich habe sogar viele Lieder gesungen, was ich überhaupt nicht erwartet habe... dafür musste ich nicht mal angetrunken sein ;)

Also, ich hoffe euch allen geht es gut !

Bis dann
Kristina


Die Geschenke aus Duncan



Ein kleiner Spaziergang nach dem ersten Schnee am Sonntag, den 15.01. - die Wolken sahen aus als würden sie brennen!

Da war's erst ein bisschen Schnee..


Der rosa Himmel hinter den grau-weißen Wolken :)


selbstgemachtes vegetarisches Sushi mit Gurke, Möhre und Avocado - Yummy!

Ich und meine Arbeitskollegin mit dem riesigen Berg Sushi. In der Küche von meinem neuen Zuhause.

So viel Schnee am Mittwoch Morgen :)

Montag, 2. Januar 2012

Frohes Neues Jahr & Happy New Year!

Und schon ist das Jahr 2011 zu Ende...
Viele Dinge, die ich mir für die letzte Woche vorgenommen hatte sind immer noch nicht erledigt, aber das nehme ich jetzt in Angriff.... denn ich bin aus dem Hostel ausgezogen!!! Um ganz genau zu sein... in eine Männer-WG (keine Sorge, Mama, die sind alle nett!). Dazu nachher aber mehr, denn vorher sind noch ein bis zwei andere Ereignisse passiert.

Nach Weihnachten kam Anna, die Deutsche, die ich in Duncan auf der Farm kennengelernt habe... bin mir sicher, dass ich davon erzählt habe; sie ist eine Freundin von der Nichte meiner Hostmutti. Naja, jedenfalls war sie über die Weihnachtstage dort und unerwarteterweise hat sie mir zwei Geschenke in den Laden gebracht. Eins von meiner Hostfamilie und eins von der Familie von der Schwester. Die waren relativ groß und schwer, aber ich habe mich allein über die Tatsache gefreut, dass sie an mich gedacht haben, gefreut.
Das eine ist ein Buch über die Region Cowichan, zu der auch Duncan und andere Städte, die ich während der Zeit besucht habe, gehören. Es sind wunderschöne Bilder drin, die Texte habe ich noch nicht gelesen.
Das andere ist eine Box, in der viele kleine Dinge einzeln verpackt waren... u.a. Schokolade, ein Hacky Sack mit der kanadischen Flagge drauf, Hilfsutensilien fürs Stricken, Karten mit kanadischen Dollarscheinen auf der Rückseite, zwei Geschenkkarten für London Drugs und Starbucks und eine Weihnachtskarte... habe mich wirklich sehr darüber gefreut und war ganz überwältigt von der Freundlichkeit.

Danach ist also nicht mehr viel passiert, außer dass ich am 30.12. und heute zwei ganz unerwartete freie, aber bezahlte Tage hatte. Hätte eigentlich arbeiten müssen, aber jedes Mal war einer von den Chefs krank und dann lassen sie den Laden halt zu. Heute war mir ganz recht nach dem Umzugsstress gestern...

Silvester war dann ganz nett, habe versucht Wareniki zu machen, für Lena und Misato, und dann haben wir gemütlich unten in der Café Lounge vom Hostel mit anderen Menschen zusammen gesessen und auf 12 Uhr gewartet. Mir hat es hier aber schon gefehlt, dass man kurz vor Mitternacht mit einem Glas Sekt nach draußen auf die Straße geht und sich die ganzen Feuerwerke ansieht, selbst wenn's nur für 5 Minuten ist. In Victoria war absolut nichts los, kaum Menschen auf der Straße und kein Feuerwerk... denn hier ist es für Privatpersonen verboten, selbst an Silvester.

Am nächsten Morgen musste ich dann zwischen 7 und 7:30 aufstehen und meine Sachen packen... Es sammelt sich schon einiges an, wenn man länger irgendwo bleibt, selbst an Hygieneartikeln und Nahrungsmitteln... glücklicherweise ist L auch gestern umgezogen und zwar nur wenige Blocks von mir entfernt, also hat sie 2 Taschen (mit den Geschenken und dem Essen) von mir mitgenommen, da sie eine Freundin mi Auto in Victoria hat. Leider hatten sie nur insgesamt zwei Sitze im Auto, aber wenigstens wurde mir ein wenig Last abgenommen... Also ging's um 12 Uhr zum Bus.. am Haus angekommen habe ich erstmal 20 Minuten gebraucht, um herauszufinden, welcher Schlüssel der Richtige für das Schloss ist... und wie ich es überhaupt aufkriege... nachdem das dann geklappt hat, habe ich in meinem Zimmer gemerkt, dass ich etwas vergessen hatte - meinen Trekkingrucksack! Der war noch im Keller des Hostels, sicher aufbewahrt... deswegen war der Weg also nicht ganz so anstrengend wie ich es erwartet hatte. Was soll's, dann ging's erstmal zu Lena, meine zwei Taschen abholen, danach direkt zum Hostel... alles zu Fuß (35 Minuten von hier bis Downtown), denn Kleingeld für den Bus hatte ich leider nicht mehr. Schnell zum Dollar-Shop, Reinigungsmittel und Gummihandschuhe fürs Badputzen gekauft, Rucksack abgeholt und zurück zum Bus... Nachdem ich alles im Haus abgestellt habe, ging's dann wieder los, auf zu Walmart, denn Kopfkissen und Bezug mussten her (und 'ne Stange Käse gab's im Angebot für 4,50 $ statt 10-12$ normalerweise!!! yay :) ).... das dann wieder zu Fuß, da ich wieder mein letztes Kleingeld für den Bus ausgegeben hatte... Das dauert allerdings 45 Minuten von hier aus und als ich irgendwann abends wieder zu Hause war, war ich ganz schön fertig vom ganzen Laufen und Hin und Her.

Endgültig angekommen habe ich versucht die Waschmaschine zum Laufen zu bringen, hat sich dann herausgestellt, dass die seit 'ner Woche Probleme macht... und die in der unteren Etage habe ich auch nicht zum Laufen gebracht, aber das liegt wohl an mir, ich befürchte, dass sie nicht angeschlossen ist, aber ich warte lieber auf die anderen, da ich nichts kaputt machen möchte.

Hab den Rest des Abends noch mit  (nicht zu) lauter Musik sehr genossen, ohne viele Menschen um mich herum, mit denen man wegen irgendwas irgendwie immer ins Gespräch kommt... und das war auf Dauer manchmal etwas anstrengend auch wenn es mir bei einigen nichts ausgemacht hat und ich wirklich gerne mit ihnen gequatscht habe. Und statt die Wäsche zu machen habe ich dann das Bad ein bisschen geputzt und mein Zimmer gestaubsaugt, da ich mich dann etwas wohler gefühlt habe.

Heute soll dann einer meiner Mitbewohner wieder kommen, eigentlich schon seit einer Stunde, aber was soll's... ich hoffe er kann die Waschmaschine zum Laufen bringen :o)
Dachte eigentlich, dass ich das Haus bis zum vierten für mich allein haben sollte, aber es ist mir auch recht wenn das nicht der Fall ist.

Naja, jedenfalls fühle ich mich bis jetzt recht wohl hier, hoffe es bleibt so wenn die anderen, die übrigens alle Studenten im Alter von 23-25 sind, zurück kommen und wir hoffentlich gut miteinander leben können.

Das war's fürs Erste, hab wieder mehr geschrieben als ich wollte...

Ich hoffe ihr alle habt einen guten Start ins neue Jahr gehabt.

Lieben Gruß,
Kristina


Auf dem Weg zurück ins Hostel am 1. Januar. Es war gar nicht so kalt, dass ich keinen Schal brauchte und mit offener Jacke durch die Straßen gehen konnte.

Mein neues Zuhause; ganz links ist das Fenster zu meinem Zimmer.. Sonnenseite :)

Heute Morgen war es so schön, trocken und warm.. jetzt ist es kalt, stürmisch, grau und nass.


PS: Bilder von meinem Zimmer folgen noch.

Dienstag, 27. Dezember 2011

Christmas Dinner

Diesen Eintrag widme ich ganz allein dem wundervollen Weihnachtsessen, das wir am 25ten bei Soyoun und Yuni hatten.

Es gab wieder viele verschiedene Sachen, die alle so unglaublich lecker waren.... Zum einen gab es Japanisch - Reisbällchen mit Tofu-Mix... Koreanisch - Bucujeon (Schnittlauch-Pfannkuchen) und Hodduk (mit Zimt und Zucker gefüllte Pfannkuchen)... Deutsch - Christstollen... und Amerikanisch - Vanilla Cupcakes vom Supermarkt ;) als Getränke gab es leckeren kalten Maiskorntee, warmen Sake und Bier.

Also vielleicht könnt ihr euch vorstellen, dass wir uns bei diesem tollen Angebot an Essen  so vollgestopft haben wie es nur ging.... wie es sich an Weihnachten natürlich gehört! Um ein kleines bisschen mehr in Weihnachtsstimung zu kommen hatten Lena und ich unabhängig von einander die gleiche Idee gehabt: kleine Geschenke für jeden zu besorgen. Lena hat uns kleine Dinge geschenkt, die sie nichts gekostet haben, aber die trotzdem gut durchdacht waren. Ich hab 'ne Tüte Zimt aus dem Free Food Regal aus dem Hostel gekriegt ;)
Von meiner Seite hat jeder 2 Candy Canes und kleine Schoko-Nikoläuse bekommen. Von Soyoun hat jeder eine koreanische Postkarte und von Yuni sowas wie einen Talisman gekriegt.. Es war also wirklich sehr schön alles und diesen Abend werde ich bestimmt nicht so schnell vergessen.

Nach dem Essen gab's also die Bescherung und danach haben wir 2 koreanische Spiele gespielt... An das zweite kann ich mich grad nicht mehr so gut erinnern, aber das war auch sehr schnell vorbei... das erste war der Wahnsinn aber ich kann das so schlecht beschreiben... Wir sollten es das nächste Mal nochmal spielen und dann lade ich ein Video davon hoch... es war einfach nur herrlich und wir haben alle herzhaft dabei gelacht.. es ist eine Art Kinderspiel gewesen, welches von Erwachsenen aber gerne als Trinkspiel benutzt wird.. Also davon muss wirklich ein Video her, es war unbeschreiblich :D

Nunja, irgendwann gegen 23 Uhr, glaub ich, sind wir dann wieder los ins Hostel, waren dann doch alle etwas müde gewesen.

Das war's dann fürs Erste... ich hoffe ihr hattet ein wunderschönes Weihnachtsfest und könnt euch nun alle aufs neue Jahr freuen :)

Lieben Gruß,
Kristina

Der Maiskorntee

Das Festessen :)

Reisbällchen mit dem Tofu-Mix

Vanilla Cupcakes

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Der angeschnittene Stollen :)

Sake

Sake mit heißem Wasser und der (zu stark) mit Alkohol durchzogenen Pflaume/Aprikose (Ume)

Reiskuchen

Der Zimt und seine Geschenkverpackung !

Soyoun erklärt mir die Bedeutung der Postkarte...

Soyoun, Ich, Yuni - mit unseren Geschenken :D

Die nie endene Fotosession... war das anstrengend :D

Es wurden Tränen gelacht - Misato und Soyoun

Oben: traurig und ohne Geschenke. Unten: Fröhlich und mit Geschenken...was mein Gesicht auf dem Bild macht weiß ich leider nicht............. (v.l.n.r.: Soyoun, Yuni, Misato, Lena, Ich)

Yunis und Soyouns Geschenke.. Der Talisman ist aus China und das Schriftzeichen bedeutet "Glück". Es steht dafür, dass man das Glück in dem kleinen Beutel immer mit sich trägt. Die Enten auf der Karte werden in Korea immer einem frisch verheirateten Ehepaar geschenkt.. sie sollen dem Ehepaar viel Glück bringen, so dass sie eine gute Ehe vor sich haben.

Kristina in Japanisch

Kristina in Koreanisch

Nachmittags vor dem Essen: Spaziergang am Meer.


Mein Frühstück am nächsten Tag: Banana Cinnamon Pancakes

Samstag, 24. Dezember 2011

Merry Christmas!

Frohe Weihnachten wünsche ich allen meinen Lesern!

Hoffe euch geht es allen gut, egal wo ihr grad seid und an meine Lieben daheim: Genießt die Zeit mit Familie und Freunden.

Heute verlief der Tag ganz in Ordnung, habe zwar nur von 4:30 bis 8:30 geschlafen und dann von 10 bis 16 Uhr gearbeitet, aber passt schon. Bin grad auch etwas sehr müde, aber einen Weihnachtseintrag muss ich hier jetzt einfach mal da lassen.

Vielleicht fragt ihr euch grad auch wieso ich erst um 4:30 geschlafen habe.. Lena, Misato und ich sind für ein Bierchen in einen Pub (Swan's Pub) gegangen und danach haben wir bei einem Club (Sunset Room) vorbeigeschaut. Also zu den Pubs und Clubs hier in Kanada sollte man so viel wissen: Keiner kommt unter 19 rein, weil die eigentlich so gut wie überall nach der ID fragen. Und die meisten Pubs machen schon um 1 Uhr nachts zu, Clubs meistens um 2 Uhr, denn nach 2 Uhr darf kein Alkohol mehr ausgeschenkt werden, was ich persönlich eigentlich gar nicht mal so schlecht finde, wenn ich mir die sinnlosen Saufereien, mit dem eindeutigen Ziel ein Blackout am nächsten Tag zu haben, in Deutschland manchmal so ansehe. Gut, hier wird's auch so Menschen geben, aber zumindest in der Öffentlichkeit wird das gar nicht gern gesehen.
Naja, dann hat Lena also den Sunset Room gefunden, in dem KEIN Alkohol ausgeschenkt wird und der bis 5:30 geöffnet ist. Denn dort gehen die Leute wirklich wegen dem Tanzen hin. Dieses extreme Saufen und die besoffenen Vollpfosten zwischen 2 und 5 Uhr gibt es da nicht wie in den deutschen Clubs, in denen ich bisher war.  Kein unangenehmes Angemachtwerden von irgendwelchen Betrunkenen. Und jeder hat so viel Platz zum Tanzen, das war schon echt cool. Lena hatte es so schön mit einem privaten Tanzstudio verglichen.. vor allem weil sich die Hälfte der Leute wie professionelle Tänzer bewegt hat... trotzdem hat es niemanden gekümmert, wenn da einer dabei war, der nur bisschen zum Takt wippt... Zum Beispiel war da auch so ein Typ, der stand eigentlich nur an so 'nem Balken, hat sich kaum von der Stelle bewegt und alle 2-5 Minuten das Victory-Zeichen mit seiner Hand in die Luft gestreckt. Wie gesagt, hat aber niemanden gekümmert... :D

Naja, das war also der Grund.. Jetzt bin ich hundemüde und will nur ins Bett, weil ich direkt nach der Arbeit zu einem Supermarkt gegangen bin, der nicht direkt um die Ecke liegt, denn einige Sachen musste ich noch besorgen, da ja morgen alle Läden zu haben am Christmas Day, dem ersten Weihnachtstag.
Oh achja, und ich habe Christstollen und eine Tafel Schokolade von meinen Chefs zu Weihnachten bekommen... und beim letzten Paycheck gab's nen 100 $ Weihnachtsbonus.. schon ganz nett und ich bin auch dankbar dafür, aber trotzdem ist das Arbeiten an sich nicht so atemberaubend.

Christstollen und Schokolade nett in Weihnachtspapier verpackt :)

Morgend Abend, also am 25ten, werden Lena, Misato und ich wieder zu Soyoun und Yuni gehen. Da nehm ich direkt den Christstollen mit und wir werden Japanisch essen und wieder warmen Sake trinken, der mich an heißen Glühwein erinnert (leider haben wir uns doch gegen selbstgemachten Glühwein entschieden).
Montag muss ich wieder arbeiten, aber nur von 12-17 Uhr und Dienstag habe ich wieder frei, also wird die nächste Woche dann hoffentlich ganz schön.

So, nun verabschiede ich mich mal lieber... eigentlich wollte ich noch Fotos hochladen, aber das hole ich morgen nach, nachdem ich einige Stunden Schlaf nachgeholt habe. Ich nehme an, dass ihr die abends (deutsche Zeit) sehen könnt.

Schöne Festtage wünsche ich allen und hoffe ihr habt einen schönen Heiligabend hinter euch.

Kristina

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Long time no see

Oha, ich kann's kaum glauben wie schnell die Zeit vergeht ohne dass wirklich etwas passiert.
Langsam wird's wohl Zeit, dass ich alle wieder etwas auf den neusten Stand bringe.

Im Hostel habe ich inzwischen ganz gute Freunde gefunden, Lena (aus Deutschland), Juliane, meine Arbeitskollegin (auch aus DE), Misato (Japan) und Soyoun (Korea) und Yuni (Korea)... Mit allen außer Juliane habe ich mir das Zimmer im Hostel geteilt für eine Zeit lang. Für den nächsten Monat werde ich mir auf jeden Fall einen privaten Raum suchen und einen neuen Job... Denn die Arbeit im Christmas Store ist nicht ganz so das, was ich mir vorgestellt habe. Aber es ist ein schönes Gefühl, den Pay-Check in der Hand zu halten und ihn dann endlich in der Bank einzulösen ;) Jetzt kann ich auch endlich meine kanadische Debitkarte benutzen.. da fühlt man sich gleich viel heimischer und noch weniger wie ein Tourist.

Die letzten Wochen waren doch etwas schwierig für mich, so'n wenig Heimweh ist aufgetaucht, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es einfach wegen Weihnachten ist... Die Kanadier feiern Weihnachten ganz anders als wir in Deutschland... Die Adventszeit haben sie zum Beispiel nicht und die ganzen Leckereien wie Lebkuchen, Spekulatius etc. sind heir auch nicht üblich. Kann man zwar kaufen, aber eher nur in den größeren Supermärkten und auch recht teuer... aber immer in deutscher Verpackung... :D Was mir besonders fehlt sind die Besuche auf dem Weihnachtsmarkt oder einfach nur das Vorbeigehen und die ganzen Gerüche zu genießen, von gebrannten Mandeln, Glühwein, Waffeln und so weiter. Weihnachtsmärkte sind hier nämlich auch nicht üblich.
Ganz groß sind die Nordamerikaner aber im Schmücken - jegliche Dekorationen haben sie gerne in groß, bunt, leuchtend und auffallend ... am besten ganz kitschig... im Vergleich dazu haben wir es ja lieber etwas schlichter.
Zum Weihnachtsladen kann ich später in einem Beitrag noch etwas mehr erzählen...


Weihnachten werde ich doch nicht in Duncan bei der Hostfamilie verbringen... Da ich nur am Sonntag, den 25ten frei habe und bis dahin 11 Tage hintereinander arbeiten durfte, habe ich mich dazu entschieden, lieber alles ruhig anzugehen hier und außerdem wollte ich ihnen keine Last sein zu der stressigen Weihnachtszeit.
Dafür haben Lena, Misato, Soyoun, Yuni und ich schon ausgemacht, dass wir am 25ten abends wieder zusammen was essen.. Lena und ich wolen Glühwein für alle machen Und Misato will Japanisch kochen, da Soyoun und Yuni (momentan zusammen in einem Zimmer einige Blocks vom Hostel entfernt) uns am Montag, den 19ten zu sich eingeladen und koreanisch gekocht haben... das war so wunderbar und so lecker... dann gab's noch super leckeren asiatischen Maiskorntee, heißen Sake und Brownies mit Frosting und Vanilleeis und Kaffee. Ein richtiges Festmahl ;) hat aber sehr gut getan mal außerhalb des Hostels zu essen, denn dort ist bis auf Dienstags jeden Abend was los - Quiznacht, Open Mic, Jam, Bluegrass, Livebands - auf Dauer wird das echt anstrengend und man kommt gar nicht zur Ruhe, da man sich ständig mit anderen Menschen unterhält. Das ist auch ein Grund wieso ich mir ein anderes Zimmer suchen will.


Naja, das war's für heute erstmal, ich denke an meine Lieben daheim und vermisse euch. :-*


Kristina
Bücherei (Neu & Alt gemischt)

Candycane Tea Latte im Teaopia

Inner Harbour - an meinem freien Dienstag letzte Woche :)

Sunset mit Wasserflugzeug

Vom Hafen, Blick zum James Bay

So bemalte Wände gibt es hier sehr sehr viele

Das Parliament Building und Berge im Hintergrund

Mein vegetarisches Plov (geplant für ein Abendessen)....

....für die ganze nächste Woche :D
19.12.2012 - Koreanisch essen bei Soyoun und Yuni - Lena, Misato, Ich, Yuni (v.l.n.r.)

10.12.2012 - Misatos Geburtstag (in Japan) - Ich, Misato, Soyoun

11.12.2012 - Misato hat nun auch in Kanada Geburtstag.. :D - Lena, Yuni, Juliane, Soyoun, Ich, Misato und in der Mitte Apple Crumble

Irgendwann während meiner ersten/zweiten Woche in Victoria im Big Bad John's mit 2 "deutschen Mädels" aus meinem Zimmer, an deren Namen ich mich grad nicht mehr... achja Eva und Isabel und Markus (Von der Travelworksgruppe am Anfang) und ich. Die Bar erinnert ans Mezcalito - es gibt auch Erdnüsse, allerdings hängen BH's und Dollarscheine von der Decke und die Wände sind beklebt und vollgekritzelt.

Sonntag, 27. November 2011

Neues aus Victoria.


Nach zwei Wochen in Victoria habe ich mich langsam an die Stadt gewöhnt und mag sie sogar sehr. Aber ich habe das Gefühl, dass ich schon alles gesehen habe, was lohnenswert sein könnte.

Nachdem ich also letzte Woche Dienstag schon den Weg an den ganzen Bays entlang gegangen bin, konnte ich absolut nicht genug davon kriegen und bin in der selben Woche noch den ganzen Weg, aber von der anderen Richtung aus, mit dem Fahrrad entlang gefahren. Statt sechs Stunden waren es zwei Stunden und bis auf die mehreren sehr hügeligen Straßen war es auch sehr angenehm... Und diesmal war ich auch nicht allein unterwegs.


Angefangen hat alles letzte Woche, nachdem Janosch Montag Morgen nach Vancouver gefahren ist und am Mittwoch oder Donnerstag Markus, auch einer aus der Travelworksgruppe, in Victoria angekommen ist. Also ging's vom Deutschen zum nächsten Deutschen. Es hat sich aber herausgestellt, dass M zwei nette Mitbewohner hatte, Tory und Alex, einem Kanadier und einem Briten, also haben wir relativ viel zusammen unternommen und das hat unserem Englisch ganz und gar nicht geschadet.
Am Donnerstag haben M, Alex und ich 50/50 im Kino angesehen... ich konnte es kaum erwarten und bin auch richtig begeistert von dem Film... aber die Kinos hier sind etwas gewöhnungsbedürftig.

Aaachja, außerdem war ich noch im Craigdarroch Castle mit Delia und Fish, zwei Taiwanesinnen!!
Blick aus dem Castle Tower - Victoria
Craigdarroch "Castle"

Und sonst haben Alex und ich an einem Tag mal festgestellt was ungefähr zu einem perfekten Tag in Victoria gehört: erstmal im Ocean Island Inn ausschlafen, dann Frühstück oder Lunch in John's Place (seehr gute Atmosphäre und für relativ wenig Geld kriegt man einen Riesen Haufen Essen, der für den ganzen Tag reicht... an den Wänden hängen überall alte Fotos mit bekannten Personen aus Politik, Film, Musik, Sport... kostenlos wird der Kaffee aufgefüllt wie in amerikanischen Filmen..), dann zwei Stunden mit dem gemieteten Fahrrad an den Bays entlangfahren, irgendwo mit nem heißen Getränk auffrischen, den Nachmittag dann im Westen Victorias am Meer entlang laufen und den Sonnenuntergang dort genießen. Zurück in Downtown sollte man abends unbedingt ins Big Bad John's, Garrick's Head Pub und Darcy's Pub, wenn man es etwas lauter mag, gehen. Und natürlich sollte man die vielen verschiedenen Biersorten ausprobieren, aber nur wenn man Geld zu viel hat! Für mich musste mindestens ein Schokobier drin sein, seehr gut!
Auf dem Weg nach Hause sollte man, meiner Meinung nach, noch kurz nach Chinatown und sich die schön beleuchteten roten Straßenlaternen ansehen (davon möchte ich noch versuchen ein Foto zu machen), um dann müde ins Bett zu fallen.

Blick vom Westen Victorias aus




"Sit and enjoy the moment" Good idea! :)


Rechts das Parliament Building..

Naja, ansonsten haben wir noch viel im Hostel selbst gechillt - Karten, Schach und Scrabble gespielt (bei Scrabble habe ich jämmerlich gegen Tory und Alex verloren.... Wie konnte das nur passieren?!). Achja, und Contagion im IMAX Theatre ? Muss nicht sein. Die IMAX Exerience war mal ganz cool, die Leinwand ist irgendwie sechs mal so groß wie in einem normalen Kino und alles viel schärfer und die Geräusche intensiver.. aber Contagion? Hat mir mal wieder gezeigt, dass gute Schauspieler nicht ausreichen, um einen Film gut zu machen. Wären wir mal doch lieber in den Bieberfilm oder den über den Mt. Everest gegangen... Aber ich wollte ja unbedingt Kate Winslet sehen.. ;)

Nebenbei war ich dann noch auf Jobsuche und war erfolgreich in einem Weihnachtsgeschäft 'Christmas Village'. Dienstag bin ich also da rein spaziert und schon hieß es: „Hmm.. Der Club Bertelsmann... Stift. Hum. Gym.... die kann bestimmt Latein. Morgen kannst du anfangen!“ Gut, Mittwoch wollte ich nicht direkt, also ging's Donnerstag los.. aber wer hätte es gedacht, Mittwoch bekam ich einen Anruf von einem Chocolatièr für ein Interview Donnerstag Morgen um 10:30.. und um 11 Uhr sollte ich beim Christmas Shop anfangen.. Was tun war dann die Frage, aber ich ging das Risiko ein und bin einfach zwischen 10:20 und 10:25 beim Chocolatièr aufgetaucht.. Das Interview lief tatsächlich ganz gut.. mein erstes englisches Vorstellungsgespräch, aber leider hatten sie nur eine Part-Time-Stelle zur Verfügung und da ich die andere Stelle sicher hatte, wollte ich dieses Risiko dann doch nicht eingehen, denn wer weiß, ob ich noch eine zweite Part-Time-Stelle irgendwo gefunden hätte. Um 11 Uhr war ich dann zum Glück pünktlich im Laden und sechs Stunden später hab ich's erstmal bereut, weil es doch sehr anders war als ich es mir vorgestellt habe. Meine Chefs, ein deutsches Ehepaar, das schon seit 23 Jahren das Geschäft führt und in Victoria lebt, ist wirklich sehr nett, aber eigentlich gab es relativ wenig zu tun. Also zumindest nicht viel anspruchsvolles. Außer Ware umetikettieren und beschriften konnte ich eigentlich nichts tun, außer ab und zu mal einen Kunden abkassieren, wenn die Chefin dabei war. Heute war es dann eigentlich ganz gut, weil es der erste Tag war, an dem ich die Kasse allein machen durfte und das macht schon mehr Spaß, vor allem, weil man mit vielen Kunden ins Gespräch kommt und ich mein Englisch doch noch gut aufbessern kann. Auch mit den Chefs unterhalten wir uns ab und zu auf Englisch, wenn Kunden dabei sind, also alles halb so wild.
Achja, es arbeitet noch ein anderes Mädchen, Juliane, dort und sie lebt zufälligerweise auch im Hostel, aber mit ihrem Freund. Wir haben uns schon vorgenommen, dass wir die nächsten Wochen Weihnachtsplätzchen zusammen backen wollen, da wir das beide sehr vermissen. Und gestern haben wir uns nach der Arbeit eine Nikolaus-Parade angesehen... das ist so ähnlich wie ein Karnevalszug, nur dass alle in Weihnachtskostümen rumlaufen und Süßigkeiten verteilen... und die ganzen Wagen waren voller bunter Lichter und naja... alles bisschen übertrieben ;) Ich habe ein Video mit meinem Handy aufgenommen, ich versuche es später hochzuladen und hoffe, dass die Qualität einigermaßen in Ordnung ist.

Naja, jetzt gehe ich aber langsam mal ins Bett und allen in Deutschland wünsche ich einen schönen Tag und einen guten Start in die Woche! Und natürlich eine wundervolle Adventszeit!

Lieben Gruß,
Kristina